Küstrin - Die Stadt an Oder und Warthe
Die Geschichte der ehemaligen Festungs- und Garnisonstadt auf Cuestrin.de

Adolf Wagener, Maschinen-, Dampfkessel-, Kupfer- ... Fabrik (Cüstrin-Neustadt)

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Foto: Sammlung Marion Mittenzwey

Küstrin-Neustadt

Adolf Ferdinand Gustaph Wagener gründete das Unternehmen im Jahre 1879 in der oberen Landsberger Straße, davor war er als Betriebsleiter in der Firma "G. H. Fritze" tätig. Der Firmengründer starb bereits am 12.5.1894 in Küstrin. Später wurde das Unternehmen durch die Söhne von Adolf Wagener - Fritz (Kaufmann) und Max Wagener (Ingenieur) geleitet. Nach dem Tod von Fritz Wagener (1909) führte seine Witwe Elise geb. Veit die Firma zusammen mit Max Wagener weiter. Ab 1924 firmierte die Firma als GmbH mit Adolf Wagener, dem jüngsten Sohn Adolf Wageners, als Betriebsleiter.

Die Fabrik war ein Spezialwerk für Brennereibau, später mit Abteilungen für landwirtschaftliche Industrieanlagen, einer Eisengießerei und Landmaschinen, produzierte aber auch Dampfmaschinen, Pumpen und spezielle Kartoffeltrocknungs-aparate nach eigenem Patent, siehe weiter unten. In der erfolgreichsten Zeit der Firma arbeiteten dort bis zu 400 Leute. Nach der Insolvenz in der Zeit der Weltwirtschaftskrise um 1929 wurde sie von einem Konsortium eigener Mitarbeiter unter dem Namen "Küstriner Maschinenfabrik und Eisengießerei GmbH" (Kümeis) weitergeführt. Ab 1937 hieß die Firma Oderhütte Franck & Co KG. Zwischen 1931 und 1939 hatte Max Wagener sein eigenes Ingenieurbüro für landwirtschaftliche Industrieanlagen in der Schützenstraße 23.

Max Wagener gehörte die Villa in der Rackelmannstraße 19 in Küstrin-Neustadt. Die Villa steht noch heute und diente der Stadt Kostrzyn viele Jahre als Rathaus. Aktuell ist dort nur noch das Standesamt untergebracht. Fritz und Elsa Wagener wohnten in der Warnicker Strasse 93. Sie bekamen im Jahre 1897 einen Sohn, welcher auch Adolf genannt wurde. Er starb jedoch schon 1918 im Krieg. Ausserdem hatten sie zwei Töchter: Margarete, die Älteste und Elsa die Jüngste. Fritz Wagner starb 1909 in Berlin, seine Familie zog 1913 nach Eisenach.

Im Jahr 1922 gründete die Firma Wagener zusammen mit der berliner Zweigniederlassung der Gebrüder Roechling aus Saarbrücken und weiteren Partnern die "Fortschritt Landmaschinen AG". Diese AG meldete schon 1927 Konkurs an, die Marke wurde aber von Tochterunternehmen weitergeführt.

Nach dem Krieg hiess die Firma erst "Fortschritt-Landmaschinen-werke", dann “Fortschritt-Erntebergungsmaschinen", ab 1964 "VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen" und schließlich nach 1989 “Fortschritt Erntemaschinen GmbH". Nach einem Eigentümerwechsel und einer Fusion wurde das Werk im Jahre 2004 geschlossen.

Produkte:
  • Dampfkessel
  • Dampfkraftanlagen
  • Dampfpumpen
  • Pumpen
  • Simplex-Trockner
  • Spiritus-Brennereien
  • Stärke-Fabriken
  • Transmissionen
  • Wasserversorgungen
  • Sägegatter

Weitere Niederlassungen:
  • Civil-Ing. R. Ehm, Kohlenmarktpassage, Danzig
  • Milius & Meier, Vossstraße 29, Hannover
  • A. Wagener, G.m.b.H., landwirtschaftliche Maschinen u. Geräte, Filiale Frankfurt a.O., Roßstraße 7, (Friedrichstraße 12)

Im Jahre 2006 wurde durch das Schwäbische Schnapsmuseum in Bönnigheim (www.schwaebisches-schnapsmuseum.de) eine Destillierkolonne in der Brennerei Kuhne (Aalen) abgebaut und im Museum neu aufgebaut. Diese Destillierkolonne wurde 1905 von der Firma Wagener gebaut:

Abbau
Abbau
Wiederaufbau
Wiederaufbau


Die vierte Anzeige auf dieser Seite stammt aus dem "Jahrbuch des Vereins der Spiritusfabrikanten" und wurde mir ebenfalls durch das Schwäbische Schnapsmuseum zur Verfügung gestellt. Die Abbildung in der Anzeige entspricht fast genau der Anlage, welche im Museum steht.

 
Die Villa Wagener, Rackelmannstraße 19:

 
Belege der Firma:

 

Quellen:

  • Zuarbeiten von Marion Mittenzwey, Wagener-Nachfahrin
  • Eigene Recherchen

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