Küstrin - Die Stadt an Oder und Warthe
Die Geschichte der ehemaligen Festungs- und Garnisonstadt auf Cuestrin.de

Die Küstriner Stadtteile

Immer wieder liest man von der Kurzen Vorstadt, Küstrin-Neustadt, der Langen Vorstadt, von der Altstadt oder von Kietzerbusch - dieser Artikel über die Stadtteile Küstrins soll etwas Ordnung in die verschieden Bezeichnungen bringen, stellt aber keine Chronik der Orte dar.

  1. Küstrin (Altstadt)
  2. Die erste Neustadt
  3. Kurze Vorstadt
  4. Die letzte Neustadt
  5. Lange Vorstadt
  6. Kietz bei Küstrin
  7. Küstrin-Kietz
  8. Die Kuhbrücken-Vorstadt
  9. Kietzerbusch
  10. Neu Amerika

1. Küstrin (Altstadt)

Wenn man früher von Küstrin sprach, meinte man die spätere Altstadt, also den Teil der Stadt, der zwischen Oder und Warthe, innerhalb der Festungsmauern lag. Die Häuser waren, wie früher in kleinen Orten üblich, in der Reihenfolge, in der sie errichtet wurden, durchnummeriert. Die Hausnummer 1 hatte das Logenhaus der örtlichen Freimaurerloge, die Nummer 217 befand sich auf der Oderinsel nördlich der Eisenbahnstrecke, an der Schanze.

2. Die erste Neustadt

 Die erste Küstriner Neustadt befand sich nördlich der Altstadt zwischen den beiden Oderbrücken, später war das Areal als "Am Hornwerk" bekannt.

3. Die Kurze Vorstadt

Die Kurze Vorstadt entstand nordöstlich der Altstadt und Warthe und war über einen Damm mit der Altstadt verbunden. Kutschbach berichtet in seiner "Chronik der Stadt Küstrin" von 1849, die Kurze Vorstadt sei bereits während der Regentschaft von Markgraf Hans entstanden. Ab etwa 1907 hieß die kurze Vorstadt "Küstrin-Neustadt".

4. Die letzte Neustadt

 Die letzte Neustadt - das heutige, bewohnte Stadtgebiet von Kostrzyn hieß bis etwa 1907 Kurze Vorstadt.

5. Die Lange Vorstadt

Die Lange Vorstadt entstand ebenfalls auf dem Gelände der heutigen Oderinsel, nördlich des damaligen Dorfes Kietz, aus einer Gruppe von 66 Gärten, 20 Häusern und 40 Scheunen, die schon vor 1560 den Bürgern der Stadt gehörten. Es gab dort zu dieser Zeit  aber auch schon 17 Hausbesitzer, die im Jahr 1561 von Markgraf Hans mit den Rechten und Pflichten der Bürger der Stadt ausgestattet wurden. Dies kann man wohl als offizielles Gründungsjahr der Langen Vorstadt bezeichnen. Dieser Stadtteil erstreckte sich auf dem Gebiet der heutigen Oderinsel auf einem Areal zwischen der Ostbahnstraße und Kuhbrücke. An dieser Stelle befand sie sich bis 1813.  Die Lange Vorstadt brannte 1636 ganz und 1672 halb ab. Im Jahre 1813 wurde die Lange Vorstadt während der französischen Besetzung Küstrins niedergebrannt. Aufgrund der geplanten Erweiterung der Festungsanlagen durften der Ort nicht mehr an der alten Stelle wiederaufgebaut werden. Ein Teil der Einwohner siedelte sich auf städtischem Grund (Kuhbrücke) neu an, andere auf Drewitzer Grund (Neu-Bleyen). Ab ca. 1820 folgte der Wiederaufbau der Langen Vorstadt westlich des Kietzes. In den 1830er Jahren war die Lange Vorstadt auch unter dem Namen "Berliner Vorstadt" bekannt.

6. Kietz bei Cüstrin

Das im Jahr 1396 erstmals erwähnte, eigenständige Fischerdorf Kietz befand sich zuerst südlich der Altstadt. Im Jahr 1536 - also zur Zeit als Markgraf Hans damit begann, die Stadt zur Festung auszubauen - wurde es auf das Gebiet der späteren Oderinsel (südlicher Teil) verlegt. 1673 brannte der Ort ganz, 1683 und 1749 zum Teil ab. 1813 wurde der Kietz während der französischen Besetzung der Stadt niedergebrannt. Aufgrund der geplanten Erweiterung der Festungsanlagen durften der Ort nicht mehr an der alten Stelle wiederaufgebaut werden. Kietz wurde in den Jahren 1818-1819 an der heutigen Stelle neu aufgebaut, um 1820 folgte daneben die Lange Vorstadt. Kietz entstand als Reißbrettsiedlung neu, die Straßen verliefen parallel, jede Querstraße hatte pro Seite fünf gleich große Bauernwirtschaften mit etwas Land (3/4 Morgen) für den Eigenbedarf, direkt am Haus. Zu Kietz gehörten die Häuser zwischen der Wilhelmstraße im Norden, der Feldstraße im Osten, der Lindenstraße im Süden und der Ziegeleistraße in Westen. Die Häuser an der westlichen Seite der Ziegeleistraße gehörten aber zur Langen Vorstadt. Im Jahr 1874 wurde der Amtsbezirk Kietz gegründet, welcher nur Kietz umfasste. Zuvor hatte Kietz zum Amt Alt-Bleyen gehört. Die Kietzer standen der Ende der 1920er Jahre geplanten Eingemeindung in die Stadt Küstrin eher skeptisch gegenüber. Um sie ihnen etwas schmackhafter zu machen, erhielt das Dorf noch vor der Langen Vorstadt eine Kanalisation. Auch der Name des neuen Stadtteils „Küstrin-Kietz“ war ein Zugeständnis an die skeptischen Kietzer. Die Eingemeindung erfolgte am 01.10.1929.

7. Küstrin-Kietz

Küstrin-Kietz entstand durch die Eingemeindung des eigenstädigen Dorfes Kietz und dessen Zusammenlegung mit der Langen Vorstadt am 01.10.1929.

8. Die Kuhbrücken-Vorstadt

 Die Kuhbrücken-Vorstadt befindet sich westlich der Oder, an der Stelle, wo Vorflutkanal und Oder zusammenfließen. Früher verband eine Brücke die Kuhbrückenvorstadt mit der Nordspitze der Langen Vorstadt.

9. Kietzerbusch

Kietzerbusch gehörte ursprünglich zu Kietz bei Cüstrin und wurde erst mit der Eingemeindung von Kietz im Oktober 1929 zu einem Stadtteil von Küstrin.

10. Neu Amerika

Neu Amerika gehörte ursprünglich zu Kietz bei Cüstrin und wurde erst mit der Eingemeindung von Kietz im Oktober 1929 zu einem Stadtteil von Küstrin. Dessen Haltepunkt der Deutschen Reichsbahn wurde damit zum "inoffiziellen" 5. Bahnhof der Stadt Küstrin.

Zuletzt, 1945, gab es also die Stadtteile Küstrin-Altstadt, Küstrin-Neustadt, Küstrin-Kietz, die Kuhbrückenvorstadt und Kietzerbusch mit Neu Amerika. Diese Stadtteile waren damals nochmals in 12 Stadtbezirke unterteilt.

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