Küstrin - Die Stadt an Oder und Warthe
Die Geschichte der ehemaligen Festungs- und Garnisonstadt auf Cuestrin.de

Der Militärstandort Küstrin ab 1935

Neu erbaute Kasernen und Lazarette in Küstrin

Hier geht es speziell um die während der Wiederaufrüstung durch die Nazis ab 1935 neu errichteten militärischen Einrichtungen, wie Kasernen und Lazarette in der Stadt Küstrin. Neben den hier genannten Einrichtungen wurde auch eine Garnisonbäckerei neu gebaut.

Artilleriekaserne

Die Artilleriekaserne in der Detlefsenstraße

1935 wurde in die ehemalige Kaserne des Artillerie-Regiments 54 die am 15. Oktober des selben Jahres aufgestellte I. Abteilung vom Artillerie-Regiment 39 einquartiert.

Das Hauptgebäude sowie einige kleine Nebengebäude stehen noch heute, die Originalbebauung (wie z.B. das Offizierskasino) an der ehemaligen Artilleriestraße (zwischen Kaserne und dem Bahnhof Altstadt) sind jedoch komplett verschwunden. Auch der Turm auf dem Hauptgebäude existiert nicht mehr. Nach dem zweiten Weltkrieg bis zum Abzug der Roten Armee aus der DDR, nutzte diese die Kaserne.

Neue Infanteriekaserne

Die Stülpnagelstraße und die Infanteriestraße

Die neue Infanteriekaserne - oder auch Stülpnagel-Kaserne wurde 1935 an der Zorndorfer Chaussee als Ersatz für die seit 1918 zivil genutzte Kaserne in der Landsberger Straße erbaut. Dort wurde das Infaterie-Regiment 50 untergebracht. Im Jahre 1945 waren dort auch "versprengte" Einheiten untergebracht.

Barackenlager an der Infanteriestraße

Eingangstor der Baracken-Lagers

Zusätzlich wurden Ergänzungs-Bataillone für Infanterie-Regiment 50 aufgestellt und in den abgebildeten Baracken an der Infanteriestraße, hinter der eigentlichen Infanteriekaserne, einquartiert. Mehr Fotos...

Schlosskaserne

Die Schlosskaserne Küstrin von der Oder aus gesehen

1935 eröffnete des Städtische Museum im Schloß. Die Heeresfachschule hatte dort ebenfalls ihren Sitz. Ab Winter 1945 wurde das Schloß als Haftanstalt durch die Wehrmacht genutzt, zwischen 40 und 60 Menschen waren dort inhaftiert. Meist handelte es sich um Angehörige der Attentäter rund um Graf von Stauffenberg, welche am 20. Juli 1944 das Attentat auf Hitler verübt hatten. Alle konnten gegen Ende des Krieges entkommen. Das Schloß war 1945 nur noch als Ruine erhalten und wurde 1969 letztendlich abgerissen.

Das Reservelazarett 101 im Stadtwald

Reservelazarett 101 im Stadtwald Küstrin - Eingangsbereich

Das ehemalige, an der damaligen Immelmannstraße in Küstrin-Neustadt errichtete Reservelazarett 101 existiert zu großen Teilen noch heute und dient der Stadt Kostrzyn nad Odra als Krankenhaus. Mehr historische Fotos des Lazaretts.

Die Gendarmeriekaserne im Stadtwald

Unweit des Reservelazaretts 101 wurde eine weitere, weniger bekannte Kaserne der Stadt Küstrin errichtet: Die Gendarmeriekaserne an der Richthofenstraße. Auch wenn die Gendarmerie wohl keine militärische Einheit war, möchte ich deren Kaserne hier mit aufnehmen. Laut Bericht des Oderblatts wurde das Richtfest am 21.2.1939 nach nur einem halben Jahr Bauzeit gefeiert. In der Kaserne sollte nach Fertigstellung eine Abteilung motorisierter Gendarmerie stationiert werden. Die motorisierte Gendarmerie wurde lt. Wikipedia 1936 aus dem Feldjägerkorps der SA gebildet und war für die Verkehrsüberwachung der Landstraßen und Reichsautobahnen zuständig. Die Kaserne ist in Teilen heute noch erhalten.

Truppenteile und Einrichtungen in Küstrin

Die folgende Aufstellung der Truppenteile und Einrichtungen entstammt dem "Lexikon der Wehrmacht" (Link siehe unten)

Fronttruppenteile

Ausbildungs-/Infanterie-Regiment 29 Ergänzungs-Bataillon 14
Infanterie-Regiment 50, Stab I./Artillerie-Regiment 39
13., 14./Infanterie-Regiment 50 Pionier-Bataillon Küstrin
I./Infanterie-Regiment 50 Pionier-Bataillon 3
II./Infanterie-Regiment 50 5.(E.)/Pionier-Bataillon 3
III./Infanterie-Regiment 50 Landes-Pionier-Bataillon 513
E./Infanterie-Regiment 50 Festungs-Baugruppe Küstrin
IV./Artillerie-Regiment 3 Landesschützen-Regiment I/III
leichte Flak-Abteilung 72  

Ersatztruppenteile

Ergänzungs-Pionier-Kompanie 6 Panzer-Grenadier-Ersatz-Bataillon 50
Sanitäts-Staffel Reserve-Grenadier-Bataillon 50
Ausbildungs-Leiter Küstrin Infanterie-Ersatz-Bataillon 196
Ausbildungs-Leiter 1 u. 2 Panzer-Grenadier-Ersatz-Bataillon 196
Heeresfachschule (V.W.) Infanterie-Ersatz-Bataillon 338
Heeresfachschule (V) Infanterie-Pionier-Ersatz-Kompanie 257
Division Nr. 433 Artillerie-Ersatz-Abteilung 39
Kommandeur d. Panzer-Truppen III (Brigade Stab) schwere Artillerie-Ersatz-Abteilung 39
Grenz-Kommandantur Küstrin schwere Artillerie-Ersatz-Abteilung II./168
Grenzkommandant Küstrin Panzer-Pionier-Ausbildungs-Bataillon 43
Grenzschutz-Abschnittskommando 12, Küstrin Pionier-Ersatz-Bataillon 68
Infanterie-Ersatz-Bataillon 50 Reserve-Pionier-Bataillon 68
Infanterie-Ersatz-Bataillon (motorisiert) 50  

Kommandobehörden / Dienststellen

Festungs-Inspektion III Landwehr-Kommandeur
Festungs-Pionier-Kommando III Wehrbezirks-Kommando (WK III, Wehrersatzbezirk Frankfurt (Oder). Zuständig für die Wehrmeldebezirke (Wehrmeldeämter) Küstrin, Reppen und Zielenzig.)
Festungs-Pionier-Stab 6 Wehrmeldeamt (WK III, Wehrbezirk Küstrin. Zuständig für den Landkreis Königsberg (Neumark))
Festungs-Pionier-Stab 7 Wehrmachtsfürsorgeoffizier
Schutzbereichsamt Ev. Standortpfarrer
Festungskommandantur Ev. Standortpfarramt
Grenzkommandantur Heeres-Standort-Verwaltung
Sperrdienstgruppe Heeres-Verpflegungs-Amt

Einrichtungen

Übungslager Alt Dreiwitz Heeresnebenmunitionsanstalt
Übungslager Alt Höfchen Heeres-Brieftaubenanstalt
Standortfunkstelle Feste Brieftaubenstelle
Garnisonsbäckerei Außenkommando KL Sachsenhausen - Zellwolle-Herstellung
Proviantamt Zwangs-Arbeitslager für Juden - Reichsautobahn
Heeresnebenzeugamt  

 

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