Blick auf die Zellulosefabrik von Bleyen ausBlick auf die Zellulosefabrik von Bleyen aus


Zellwolle und Zellulose AG
Steubenstraße
Küstrin-Neustadt

Die Zellwolle und Zellulose AG wurde am 23.06.1936 (eingetragen am 26.10.1936) als Zellstoff-Fabrik Küstrin AG zwecks "Errichtung und Betrieb einer Natron-Zellstoff-Fabrik und die Beteiligung an Unternehmen gleicher Art" gegründet. Zum Geschäftsfeld der AG gehörten die Herstellung und Verarbeitung von Zellulose und Kunstfasern. Das Haupterzeugnis des Unternehmens war Natronzellstoff. Der Kauf des Grundstückes für die Fabrik, inkl. Beurkundung und Zahlung efolgte im Januar 1937. Im März des gleichen Jahres waren die Gebäude bereits im Bau. Das Geschäftsjahr entsprach dem Kalenderjahr, im ersten Geschäftsjahr zahlte die AG noch keine Dividende. Für jede Aktie erhielten die Aktionäre eine Stimme.

Zu den Gründern, die sämtliche Aktien übernahmen, gehörten:

  • Natronzellstoff- und Papierfabriken; Berlin
  • Herzberger Papierfabrik L. Osthushenrich GmbH, Krebsöge
  • Saganer Papierfabrik GmbH, Sagan (Schlesien)
  • Niederrheinische Papier- und Pappenfabrik AG. Neuss
  • Papierfabrik Kappelrodeck, Richard Lenk, Kappelrodeck
  • Papierfabrik GmbH, vorm. Br. Kämmerer, Osnabrück
  • Ratinger Papierfarbrik, Wilderich Graf Spee, Ratingen im Rheinland
  • Firma Friedrich Haver, Tiergarten bei Ohla
  • Papierfabrik Westmark GmbH, Jülich
  • Siemens-Schuckertwerke AG, Berlin-Siemensstadt
  • Firma Richard Berger, Wolkenburg/Mulde
  • Papierfabrik Kirchberg AG, Kirchberg bei Jülich
  • Gißlers & Paß AG, Jülich
  • Wirtschaftsvereinigung Natronpapier und Papiersäcke GmbH, Berlin-Charlottenburg
  • Schleipen & Erkens AG, Koslar, Krs. Jülich
  • Konsul Franz Hagen, Lübeck

Der Vorstand:

Kaufmann Carl Pressler und Ing. Ernst Enderlein

Der Aufsichtsrat:

Vorsitzender Direktor: Rudolf Kämmerer, Osnabrück

Stellvetreter: Dr. Josef Freiherr Raitz von Frentz, Berlin-Dahlem

Mitglieder:

  • Dir. Heinrich Berg, Ratingen
  • Dir. Dipl.-Ing. Robert Deibel, Berlin- Siemensstadt
  • Dir. Adolf Ernst von Ernsthausen, Düsseldorf-Oberkassel
  • Präsident Hans Kehrl, Cottbus
  • Oberregierungs-Rat Dr. Gustav Adolf Kienitz, Leider der chemisch-technologischen Abteilung des Preußischen Holzforschungs- instituts, Eberswalde
  • Dir. Eugen Lendhold, Krappitz (OS)
  • Fabrikbesitzer Willy Tamaschke, Sagan (Papierfabrik)
  • Dr. Bruno Töpfer, Regierungsrat, Berlin

Nach der Angliederung einer Fabrik zur Zellwolleherstellung wurde die Zellstoff-Fabrik Küstrin AG am 24.04.1939 in Zellwolle und Zellulose AG umbenannt und beschäftigte über 1000 Menschen. 1941 wurde in Hamburg mit 50 Millionen Reichsmark die Phrix-Werke AG gegründet. Darin wurden verschiedene Zellstoffunternehmen zusammengefasst, auch die Zellwolle und Zellulose AG in Küstrin gehörte dazu. Nach der Verlagerung des Unternehmens nach Hamburg im Jahre 1973 wurde es ab 1974 abgewickelt.

Ereignisse aus der Firmengeschichte
JahrEreignis
23.06.1936 Gegründet mit einem Kapital von 2.675.000 Mark in Namensaktien zu je 1000 RM
26.10.1936 Eingetragen als "Zellstoff-Fabrik Küstrin A.-G."
27.04.1937 Laut Hauptversammlung vom 27. April 1937 Erhöhung des Kapitals um RM 675.000,00
26.10.1938 Laut ao. Hauptversammlung vom 26. Oktober 1938 um RM 800.000,00 Kapitalerhöhung auf RM 3.475.000,00
24.04.1939 In der ao. Hauptversammlung vom 24. April 1939 wird die Änderung des Firmenwortlauts von "Zellstoff-Fabrik Küstrin A.-G." in "Zellwolle und Zellulose Aktiengesellschaft Küstrin" beschlossen. Das Kapital wird erhöht um RM 15.000.000,00 auf RM 18.475.000,00. Der Vorstand wird ermächtigt, das Kapital um bis zu Reichsmark 1.700.000,00 zu erhöhen (genehmigtes Kapital).
27.08.1940 Laut Hauptversammlung vom 27. August 1940 zur teilweisen Deckung des Verlustes Kapitalherabsetzung um RM 1.342.000,00 auf RM 17.133.000,00 (mit Rückwirkung auf den Jahresabschluß per 31. Dezember 1939) durch Einziehung der von Aktionären zur Verfügung gestellten Aktien.
27.11.1941 Laut Hauptversammlung vom 27. November 1941 wird der Vorstand ermächtigt, das Kapital um bis zu RM 3.000.000,00 unter Ausschluß des Bezugsrechtes der Aktionäre innerhalb der nächsten 5 Jahre zu erhöhen (genehmigtes Grundkapital).
27.01.1944 Letzte ordentliche Hauptversammlung



Quellen:

Text: Handbuch der Aktiengesellschaften 1943/44, vielen Dank an Albert Gieseler / www.albert-gieseler.de
Fotos: Eigene Sammlung