Chronik der Stadt Küstrin

1373
28.8.1373

Küstrin erhält das "Privilegium de non evocando" aus Strausberg:

Zitat aus der Wikipedia:

"Im Mittelalter war der König bzw. der Kaiser des Römisch-Deutschen Reiches oberster Richter. Vor ihn als Richter konnten im Prinzip alle Rechtsstreitigkeiten gebracht werden, unabhängig welche unteren Gerichte sonst für deren Entscheidung zuständig war. Brachte jemand einen Rechtsstreit vor den Kaiser und nahm der Kaiser (oder ein vom Kaiser eingesetztes Gericht) diesen an, wurde die Gegenseite vor das kaiserliche Gericht geladen (vor Gericht laden = lat. evocare, siehe auch Evokation).

Der Kaiser hatte die Befugnis, seine eigene Macht selbst zu beschränken. Er gestand durch Privileg einzelnen Adeligen/ Territorialherren das Recht zu, dass deren Untertanen sich nicht mehr direkt an den Kaiser als Richter wenden durften, sondern dass die Untertanen zunächst erst einmal bei Rechtsstreitigeiten die Gerichte des Adeligen aufsuchen mussten."

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Privilegium_de_non_evocando

1388
3.12.1388

Küstrin erhält das Privilegium über den Fischmarkt:

Die Fischer in der Umgebung der Stadt durften Ihre Fische nun nur noch zu bestimmten Bedingungen und ausschließlich auf dem Markt in Küstrin verkaufen
1397
15.6.1397

Jan von Wartenberg erhält Küstrin:

Sigismund von Ungarn übergibt an diesem Tag die Stadt an Jan von Wartenberg.
1466
2.10.1466

Heimbacher Vertrag bestätigt:

Churfürst Friedrich II. bestätigt im Küstriner Schloß den Heimbacher Vertrag mit dem Johanniter-Orden.
1540
29.8.1540

Geburt von Elisabeth von Brandenburg-Küstrin:

Elisabeth von Brandenburg-Küstrin, eine Tochter von Markgraf Hans von Küstrin, wird in Küstrin geboren.
1549
10.8.1549

Geburt von Katharina von Brandenburg-Küstrin:

Katharina von Brandenburg-Küstrin, Tochter von Markgraf Hans von Küstrin wird in Küstrin geboren.

1557
4.7.1557

Ein Landtag wird in Küstrin abgehalten:

1558
26.12.1558

Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach heiratet:

Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach heiratet  in Küstrin Elisabeth von Brandenburg-Küstrin, Tochter des Markgrafen Hans.
1568
24.1.1568

Hofapotheke:

Und zwar durch Markgraf Hans.
1570
8.1.1570

Joachim Friedrich von Brandenburg heiratet:

Joachim Friedrich von Brandenburg heiratet in Küstrin Katharina von Brandenburg-Küstrin.
1571
13.1.1571

Markgraf Hans stirbt:

am Morgen zwischen 5 und 6 Uhr an Steckhusten (Keuchhusten). Zuvor hatte sein Bruder Joachim noch seinen Leibarzt Paul Luther (Sohn von Martin Luther) nach Küstrin geschickt, um seinem Bruder Hans zu Helfen. Joachim verstarb übrigens 10 Tage vor Markgraf Hans, am 3.1.1571.
1.2.1571

Markgraf Hans wird bestattet:

Seine Gruft in der Marienkirche hatte er bereits 16 Jahre vorher - also etwa 1555 - erbauen lassen.
1574
16.5.1574

Markgräfin Katharina stirbt:

Katharina, Wittwe von Markgraf Hans stirbt in Küstrin.
1577
3.8.1577

Unterzeichnung der Concordienformel:

In der Diozese Küstrin wurde das Concordienbuch unterzeichnet und damit anerkannt. Damalige geistliche in der Diozese und Stadt Küstrin: Otto Zander M. , Johannes Caesar M. , Joachimus Francius, Ambrosius Ritzius M. , Simon Angelus M., Caspar Kammer, Joaebilinus Petzigk, Paulus Freymuth, Paulus Neumann, Melchior Francus M. , Michael Neander, Paulus Widemann, Michael Hubener, Johannes Tietz.
1587
15.6.1587

Geburt von Caspar von Barth:

Der deutsche Philologe und Privatgelehrte wird in Küstrin geboren
1602
12.11.1602

Geburt von Johann Fromhold:

Geburt des Staatsmannes und Diplomaten Johann Fromhold
1621
10.12.1621

Geburt von Christian Albrecht von Dohna:

Der kurbrandenburgische General Christian Albrecht Burggraf und Graf zu Dohna wird in Küstrin geboren.
1638
19.8.1638

Tod von Hildebrand von Kracht:

Hildebrand von Kracht, Offizier und Oberhauptmann der Festung Küstrin, stirbt in Küstrin.
1656
2.3.1656

Konrad Ehrentreich von Burgsdorf stirbt:

Der küstriner Gouverneur stirbt.
1657
1.11.1657

Landtag der neumärkischen Stände:

Ein Landtag der neumärkischen Stände wird in Küstrin abgehalten.
1684
17.3.1684

Ein Landtag wird in Küstrin abgehalten:

1690
4.10.1690

Christoph Friedrich von Bismark wird Kommandant von Küstrin:

1693
9.11.1693

Tod von Cornelis Ryckwaert:

Cornelis Ryckwaert, ein niederländischer Baumeister und Ingenieur, Festungsbauleiter in Küstrin, stirbt in Küstrin.

1699
4.10.1699
bis 5.10.1699

Kurfürst Friedrich III holt die Huldigung in Küstrin ein:

1701
2.7.1701

Kurt Hildebrand von der Marwitz stirbt:

Kurt Hildebrand von der Marwitz, Sohn des Bathasar von der Marwitz (Kommandant von Küstrin), brandenburgischer Generalleutnant und Gouverneur von Küstrin, stirbt in Küstrin
30.12.1701

Gouverneur Wilhelm von Brand stirbt:

1703
11.8.1703

Otto Freiherr von Schlabrendorff wird Gouverneur:

1704
24.12.1704

Kommandant Christoph Friedrich von Bismark stirbt:

1705
29.12.1705

Graf Dominiko Emanuel Caetano di Ruggiero wird am Hof eingeführt:

Er wird zum Titular-Generalmajor der Artillerie und mit Geschenken überhäuft.  Warum ? Er versprach, er könnte Gold machen.
1709
23.8.1709

Graf Dominiko Emanuel Caetano di Ruggiero wird aufgehangen:

Er konnte sein Versprechen, Gold zu machen, nicht einhalten und wurde nach seiner Flucht nach Hamburg und Frankfurt (Oder) in Küstrin an einem mit Goldpapier überzogen Galgen aufgehangen.
1721
18.1.1721

Otto Freiherr von Schlabrendorff stirbt:

Er war seit 1703 Gouverneur in Küstrin.
1730
5.9.1730

Kronprinz Friedrich bezieht Arrestzimmer:

Kronprinz Friedrich bezieht sein Arrestzimmer im zweiten Stocke des alten Küstriner Schlosses.
6.11.1730

Kattes Hinrichtung:

Leutnant von Katte wird südlich des Schlosses enthauptet.
19.11.1730

Kronprinz Friedrich wird "als Kind" begnadigt:

Er bleibt aber ein vom Soldatenstand ausgestoßener.
1732
20.8.1732

1312 Salzburger Emigranten treffen in Küstrin ein:

Die Religionsflüchtlinge werden in der Stadt aufgenommen.
8.9.1732

Weitere 300 Salzburger Emigranten treffen in Küstrin ein:

25.9.1732

Weitere 650 Salzburger Emigranten treffen in Küstrin ein:

1733
31.5.1733

Balzer Friedrich von Sydow stirbt:

Der ehem. Kommandant (ab 1705) stirbt als Als General-Lieutnant in Küstrin.
1757
30.3.1757

David Gürgen v. Grävenitz stirbt:

Er ehemalige Gouverneur (bis 1752) stirb im Alter von 77 Jahren in Küstrin und wurde auch dort begraben.
1758
15.8.1758

Küstrin brennt:

Während des siebenjährigen Krieges wird Küstrin von den Russen in Brand geschossen und brennt bis auf drei Häuser nieder.
22.8.1758

Friedrich II besucht das zerstörte Küstrin:

Er stellt 200.000 Thaler für den Wiederaufbau zur Verfügung.
1762
5.7.1762

Revolte österreichischer Kriegsgefangener:

4000 Kriegsgefangene revoltieren. Die Revolte wird niedergeschlagen, die Anführer gerädert oder aufgehangen.
1770
13.4.1770

Letzte Predigt in der Kirche am Wall:

Gehalten durch Theodor Friedrich Hornejus.
15.4.1770

Feierliche Einweihung der neuerbauten Marienkirche:

1779
1.12.1779

Trowitsch übernimmt die privilegierte Hofdruckerei:

1787
20.5.1787

Einweihung der neuerbauten Marienkirche:

Nach 9 Jahren wurde in der erst 1770 wieder eingeweihten Marienkirche schwere Baumängel festgestellt und die Kirche wieder abgerissen. An diesem Tag erfolgte die erneute Einweihung.
1806
19.10.1806
bis 24.10.1806

König Friedrich Wilhelm III. v. Preußen hält sich in Küstrin auf:

Auf der Flucht vor den napoleonischen Truppen treffen König Friedrich Wilhelm III und Königin Luise in Küstrin ein und bezogen Quartier in einem am Markte gelegenen Gasthof (Goldener Hirsch)
31.10.1806

Leutnant Wilhelm von Falkenhayn fällt:

Leutnant Wilhelm von Falkenhayn fällt bei einem kleinen Gefecht mit französischen Truppen.
1.11.1806

Kampflose Übergabe der Stadt:

Oberst Ingersleben übergibt die Stadt Küstrin nahezu kampflos einer Vorhut napoleonischer Truppen.
23.11.1806

Napoleon besucht Küstrin:

und schaut vom Hohen Kavalier hinunter auf die Stadt und Festung.
1813
14.2.1813

Küstrin ist im Belagerungszustand:

21.2.1813

Die Franzosen beginnen, Häuser an der Schanze abzureissen:

24.2.1813

Die Lange Vorstadt und der Kietz werden von den Franzosen niedergebrannt:

8.6.1813

Ein Waffenstillstand bis 23.8.1813 wird beschlossen:

22.8.1813

In der kurzen Vorstadt brennen 85 Häuser nieder:

Die Franzosen hatten die kurze Vorstadt während eines Vorstoßes in Brand geschossen.
4.9.1813

Oder-Hochwasser in Teilen der ehem. Langen Vorstadt:

21.10.1813

500 Mann des Blockadekorps mit 8 Kanonen rücken zum Kronmühlendamm vor:

Dabei werden die drei Windmühlen am Kronmühlendamm zerstört.
1814
7.3.1814

Im alten Amtshaus in Gorgast wird die französische Kapitulation ausgehandelt:

8.3.1814

Die Stadt erfährt von der franz. Kapitulation:

Alle Feindseeligkeiten enden.
9.3.1814

Deutsche Truppen besetzen französische Stellungen:

...am linken Oderufer.
20.3.1814

Franzosen übergeben die Stadt:

Die französischen Besatzer übergeben die Stadt an ein preußisches Blockadecorps.
1819
18.9.1819

Geburt von Maximilian Leopold Moltke:

Maximilian Leopold Moltke, ein deutscher Dichter und Publizist, wird in Küstrin geboren
1836
1.1.1836

Auflösung des Kreises Küstrin:

und Aufteilung des Gebietes auf die Kreise Königsberg/Nm., Landsberg/Warthe und Lebus.
1849
14.3.1849

Geburt von Alfred von Tirpitz:

Der spätere Großadmiral Alfred von Tirpitz (Geboren als Alfred Peter Friedrich Tirpitz) wird in Küstrin geboren.
1855
21.10.1855

Schuleinweihung:

Das neue Gebäude für die "Höhere Töchterschule" (später Lyzeum) und die Elementarschule für Mädchen in der Schulstraße wird eingeweiht.
1857
12.10.1857

Eröffnung der ersten Bahnstrecke:

Von Kreuz über Küstrin nach Frankfurt (Oder) und von Küstrin über Landsberg nach Kreuz
1866
1.10.1866

Inbetriebnahme einer Bahnstrecke:

Von Gusow über Werbig nach Küstrin-Kietz
1867
1.10.1867

Gründung des Gymnasiums:

Die Rats- und Friedrichsschule wird in ein Gymnasium und eine Mittelschule aufgeteilt.
1875
2.1.1875

Eröffnung einer Bahnstrecke:

Eröffnung der Bahnstrecke nach Reppen.
1876
16.11.1876

Eröffnung einer Bahnstrecke:

Eröffnung der Bahnstrecke nach Königsberg/Nm.
1882
31.8.1882

Eröffnung einer Bahnstrecke:

Eröffnung der Bahnstrecke nach Stargard (Pommern)
1887
1.1.1887

Aufsplittung der Knabenmittelschule:

in eine Knabenschule und eine Mädchenschule.
1888
14.3.1888

Sperrung der Vorflutbrücke:

Vom 14. bis 29. März 1888 musste die Vorflutbrücke wegen eines Hochwasser und Eis unterspülten Brückenpfeilers gesperrt werden.
1890
24.5.1890

Grundsteinlegung:

Grundsteinlegung für die Friedenskirche in der Neustadt.
1891
31.10.1891

Einweihung der Friedenskirche:

Die an  der Plantagenstraße gelegene Friedenkirche wird nach etwa 17 Monaten Bauzeit eingeweiht.
1896
15.12.1896

Eröffnung einer Bahnstrecke:

Eröffnung der Bahnstrecke nach Sonnenburg.
1903
10.3.1903

Eröffnung der Pferdebahn:

Die küstriner Pferdestraßenbahn wird eröffnet.
5.6.1903
bis 17.6.1903

Große Ausstellung...:

Vom 05. bis 17. Juni 1903 fand in Küstrin die "Große Ausstellung für Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe - Verbunden mit  der Bezirkstierschau für die Neumark -  statt.
24.10.1903

Der Kaiser besucht Küstrin:

Der Kaiser besucht Küstrin und weiht verschiedene Denkmäler in der Stadt ein.
1905
11.7.1905

Gründung der Kleinbahn-AG Cüstrin-Kriescht:

Die Kleinbahn-AG Cüstrin-Kriescht wird gegründet.
1909
8.6.1909

Ersuchen des Magistrats auf Niederlegung der Stadtumwallung:

1914
20.3.1914

Einweihung des Gedenksteines für Leutnant Wilhelm von Falkenhayn:

An der Vorflutbrücke.
7.8.1914

Auszug des IR 48:

Das Infanterieregiment von Stülpnagel (5. Brandenburgisches) Nr. 48 zieht in den 1. Weltkrieg.
1921
24.6.1921

Ausrüstung der Festung wird dem Reichsverwertungsamt übergeben:

Wie im Versailler Vertrag festgeschrieben, wird die Ausrüstung verschiedener deutscher Festungen dem Reichsverwertungsamt übergeben.
1923
1.10.1923

Küstriner Putsch:

Der Küstriner Putsch durch die Schwarze Reichswehr beginnt.
1925
16.5.1925

Eröffnung der elektrischen Straßenbahn:

Die elektrische Straßenbahn der Stadt wird neu eröffnet.
15.8.1925
bis 17.8.1925

48er Generalappell:

Der Generalappell - Ein Treffen ehemaliger Kameraden des Infanterieregiments von Stülpnagel (5. Brandenburgisches) Nr. 48 findet vom 15. bis 17. August 1925 in Küstrin statt.
1928
3.8.1928

Umbennung wird genehmigt:

Das Preußische Staatsministerium (Innenministerium) genehmigt die Umbenennung von Cüstrin in Küstrin.
15.8.1928

Cüstrin schreibt sich nun mit "K":

1930
15.5.1930

Eröffnung einer Buslinie nach Alt-Drewitz:

Eine private Buslinie nach Altdrewitz wird eröffnet
1932
4.6.1932
bis 12.6.1932

700-Jahr-Feier:

Die Stadt beging in der Zeit vom 4.6. bis 12.6.1932 ihre 700-Jahr-Feier.
1936
23.6.1936

Gründung der Zellstoff-Fabrik Küstrin AG:

siehe: Zellwolle und Zellulose AG
1937
1.4.1937

Stadt übernimmt Buslinie:

Die Stadt Küstrin übernimmt die bin dahin privat betriebene Buslinie nach Alt-Drewitz.
1.12.1937

Buslinie nach Küstrin-Kietz:

Eine Buslinie nach Küstrin-Kietz wird eingerichtet. Die Straßenbahn endet nun an der Haltestelle Mittelschule.
1944
20.4.1944

Bahn-Unfall:

Bei einem Zusammanstoß zwischen einem Zug und einer Straßenbahn sterben 2 Menschen, 15 werden verletzt.
1945
25.1.1945

Küstrin wird zur Festung erklärt:

Kurz danach rollen die ersten russischen Panzer durch Küstrin.
31.1.1945

Erste Panzer in Küstrin:

Erste russische Panzer rücken - nur für kurze Zeit - in die Neustadt ein.
20.2.1945

Evakuierung beginnt:

Die Evakuierung der Küstriner Zivilisten beginnt.
13.3.1945

Küstrin ist eingeschlossen:

Die Stadt ist komplett von russischen Verbänden eingeschlossen.
30.3.1945

Die Kämpfe enden:

Die Kämpfe um Küstrin enden mit der fast völligen Zerstörung der Stadt.

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